
Hof Grub liegt im Endmoränengürtel nördlich des Chiemgaues
in einer Toteismulde der letzten Eiszeit. Von Wald umgeben nur zur Strasse
hin offen macht das Gelände einen harmonischen in sich abgeschlossenen
Eindruck.
Das Land ist locker aufgeteilt in Wiesen und Weideland mit kleinen Ackerflächen, Feldgehölzen und Obstbäumen, vermittelt so die Ursprünglichkeit des typischen Kulturlandschaftsbildes der Region wie sie frei von drastischen Flurbereinigungsmassnahmen aussehen könnte. Bewirtschaftet wird nach den biologisch-dynamischen Grundsätzen, die Rudolf Steiner 1924 einem Kreis von Landwirten in einem Kurs dargestellt hat, als Ausgleich für eine immer industriellere und einseitigere Entwicklung in der Landwirtschaft.
Die Lage und Aufteilung des Hofes bietet sehr günstige
Vorraussetzungen für die Existenz des angestrebten in sich geschlossenen
Lebensorganismusses mit Tieren, Boden, Pflanzen und Menschen.
Die ca. 6 ha Grünland bieten ausreichend Futter für eine handvoll Kühe mit Jungtieren und zwei Pferde. Futter von aussen muss nicht zugekauft werden. Der anfallende Mist wird biologisch-dynamisch präperiert, auf die Wiesen und Felder ausgebracht zur Förderung des Pflanzenwachstums und der Bodenfruchtbarkeit. Auf den Ackerflächen werden die Getreideparzellen der Pflanzenzucht und Feldgemüse nach Prinzip der wechselnden Fruchtfolge gebaut.
Das Getreide wird nach der Ernte mit Waage und Zahl ausgewertet, im Labor untersucht und dann wieder ausgesäet, zum Brotbacken und als Viehfutter weiterverwendet.
Das auf dem Feld und im Hausgarten angebaute Gemüse wird am Hof als Grundnahrungsmittel geschätzt und geht an Menschen,die die Arbeit im Rahmen der Aktion Kulturland unterstützen. Das Vieh kann sich im Sommer auf der Weide selber mit Futter bedienen und steht nur den Winter über im Stall.
Die Viehhaltung erweitert ebenso die Vielfalt des Betriebes um eine weitere Komponente, die dem Hofbild "Leben" in jeder Hinsicht gibt, einmal durch Bezugspunkte zum Menschen, den Nährstoff und Fruchtbarkeit aufbauenden Mist als Dünger der Pflanzen sowie als Nahrungsmittellieferant für Milch, Fleisch, Eier und Honig.
Die Milch, welche nicht für den Hausgebrauch genutzt
wird, geht in die Molkerei Berchtesgadener Land und wird als Demeter vermarktet.
Im Jahr 2001 konnte ein Hektar Wald zugekauft werden, in dem ebenfalls angestrebt wird, durch nachhaltige Forstwirtschaft ein ausgeglichenes Ökosystem zu halten. Bei der Waldpflege anfallendes Schlagholz wird als Brennholz und Baumaterial verwendet.
In direkter Nachbarschaft befinden sich noch mehrere Demeter
Betriebe, zwischen denen bei monatlichen Treffen durch Vorträge und Diskussionen
Austausch stattfindet.
Auf dem Hof arbeitet und lebt Eckart Irion mit Familie, seine Mitarbeiter und den jährlich wechselnden FÖJ-Praktikanten. Im Frühjahr und Herbst verbringen Schüler von umliegenden Waldorfschulen zwei bis drei Wochen hier, um den Arbeitsbereich zu teilen und den Umgang mit Tier und Natur zu erleben.
Die
vielfältigen Bereiche der Tätigkeiten und Möglichkeiten, Erfahrungen
zu sammeln, sind immer wieder eine Bereicherung für alle festen sowie
wechselnden Mitarbeiter.